Social Media kann Leben retten!

Am 5. November 2013 by Amelie

Liebe Gesundheitsindustrie, ja, die Sozialen Medien können Leben retten! Ein Ziel, das euch nicht unbekannt sein dürfte. Um euch ein Beispiel dafür zu geben, wie Facebook & Co. hier helfen können, erzähle ich an dieser Stelle meine ganz persönliche Geschichte.

Alles begann damit, dass ich auf Facebook von einer Freundin las, die sich soeben bei der DKMS registriert hatte. Eine gute Sache, dachte ich schon immer und da ich zu diesem Zeitpunkt sowieso vor dem Computer saß, bestellte ich auch gleich online das Registrier-Set. Zwei Wochen und zwei Wattestäbchen später war ich als Knochenmarkspender registriert und dank der Möglichkeiten des Internets ging alles ganz schnell und unkompliziert. Natürlich begann ich dann auch gleich der DKMS auf Facebook und Twitter zu folgen. So las ich kontinuierlich von Registrierungsaktionen und Schicksalen. Mein Wunsch, einem dieser armen, kranken Menschen zu helfen, wuchs von Tag zu Tag. Fünf Monate ist das nun her.

 

 

Vor weniger als zwei Wochen erhielt ich dann den großen Umschlag der DKMS mit dem Blutentnahmeset, denn: Ich komme als Spender in Frage! Die Euphorie, die ich durch diese Nachricht erfuhr, kann ich hier gar nicht beschreiben. Ich konnte mich an diesem Tag kaum auf die Arbeit konzentrieren und wartete nun ungeduldig auf weiteren Bescheid der DKMS. Nur vier Tage später war es dann soweit: Ein Anruf! Ja, es wäre alles mit meinem Blut in Ordnung und nun würde ich alle weiteren Informationsmaterialien erhalten und es würde weitergehen mit der „Eignungsprüfung“ – ein zweiter Endorphinflash, den ich sogleich bei Facebook und Twitter kund tat. Die Bestätigung durch zahlreiche Likes meiner Freunde, sowie die Tatsache, dass sich allein durch meinen Post fünf meiner Freunde auch sofort entschlossen, sich registrieren zu lassen, war unglaublich.

Nun hieß es, auf die Informationsmaterialien warten. Doch es kam nichts. Weitere fünf Tage später rief mich die DKMS erneut an und fragte, warum ich mich noch nicht zurück gemeldet hätte. Verwunderung – denn ich hatte ja noch gar nichts erhalten. Heute klärte sich nun auf, was passiert war: Die Deutsche Post hatte den so wichtigen Brief einfach unter der Treppe abgelegt – ohne Benachrichtigung oder sonst etwas. Glücklicherweise habe ich nette Nachbarn, die ihn fanden und mir vorbei brachten. Unglaublich! Wie kann man ein so wichtiges Dokument einfach ablegen?! Ich war lange Zeit enorm verärgert und überlegte, wie ich das der Deutschen Post mitteilen kann. Natürlich! Via Facebook! Gesagt, getan. Nach wenigen Stunden erhielt ich prompt Antwort und kann mir nun sicher sein, dass dem nachgegangen wird und so etwas nicht noch einmal (zumindest mir) passiert.

Nun gut, zurück zum Thema: Ich bin noch nicht am Ende meiner Reise angelangt, weiß aber jetzt schon: ohne die Sozialen Medien würde ich heute nicht als potentieller Spender – und somit Lebensretter – in Frage kommen. Es ist mir daher ein sehr großes Anliegen, euch – der Gesundheitsindustrie – nochmals nahe zu legen, sich mit den Sozialen Medien auseinanderzusetzen. Es gibt viele Menschen dort draußen, die Gutes tun möchten, jedoch Angst vor den Konsequenzen haben. Gute Aufklärungsarbeit ist besonders im Bereich Gesundheit und Krankheit wichtig. Die Sozialen Medien können hierbei helfen, denn sie ermöglichen den Austausch mit den Menschen und können einen Dialog schaffen. Außerdem können hier nicht nur kranke Menschen ihre Geschichte erzählen, sondern auch solche wie ich – gesunde Menschen, die helfen möchten.

Es gibt sicher noch zahlreiche weitere Themen außerhalb der Knochenmarkspende, die weiter in den Blick der Öffentlichkeit geraten sollten. Der Diskurs hierzu sollte meiner Meinung nach nicht nur auf Fachtagungen und Kongressen sowie in der Fachpresse statt finden. Wir sind alle mündige, gute Menschen, die gern informiert werden möchten, wie sie helfen können. Daher mein Appell: Erzählt uns von eurem Leid und lasst uns zusammen die Probleme anpacken! Die Sozialen Medien ebnen euch den (Kommunikations-) Weg!

Mareen Mallon

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